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-archiv /// 9. November 2007 /// Leverkusen
- Antifaschistische Gedenkdemonstration und Neonazi-Übergriffe

9. November 2007

Antifaschistische Gedenkdemonstration
anlässlich des 69. Jahrestages der Reichspogromnacht

Am 9. November 2007 fand in Leverkusen-Opladen die traditionelle Antifa-Gedenkdemonstration unter dem Motto „Kein Vergeben – Kein Vergessen“ statt.

Antifa-Demo am 09.11.2007 in Leverkusen

Um 18:30 Uhr versammelten sich ca. 130 TeilnehmerInnen in der Bahnhofstraße zur Auftaktkundgebung. Nach einer kurzen Begrüßung wurde ein Redebeitrag der Antifaschistischen Aktion LEVerkusen – [AALEV] zur „Bürgerbewegung PRO NRW“ verlesen.

Danach lief die Demonstration lautstark durch die Opladener Innenstadt bis zum Platz der Synagoge. Hier wurde auf einer Zwischenkundgebung ein Zeitzeugenbericht von den Pogromen vor 69 Jahren verlesen. Im Anschluss wurde am Gedenkstein ein Kranz niedergelegt und eine Schweigeminute abgehalten.

Kranzniederlegung

Danach zog der Demonstrationszug wieder in die Bahnhofstraße wo auf der Abschlusskundgebung ein Vertreter der Kulturvereinigung Leverkusen e.V. zum Thema Geschichtsrevisionismus sprach.

Bevor die Demonstration aufgelöst wurde, teilten die VeranstalterInnen über den Lautsprecherwagen mit, dass während der Demonstration Neonazis (aus dem Spektrum der Autonomen Nationalisten) abseits der Demo-Route in der Stadt gesehen wurden. Es sollten alle aufeinander aufpassen und geschlossen abreisen.

Übergriffe von Neonazis

Eine kleine Gruppe von TeilnehmerInnen der Demonstration ging zum Bahnhof um von dort die Stadt zu verlassen. Dort wurden diese von einer Gruppe von ca. 20 Neonazis mit sandbefüllten (laut Aussage des Kioskbesitzers) Flaschen und Reizgas attackiert und ins Bahnhofsgebäude gedrängt.

Die Angegriffenen suchten vor den fliegenden Flaschen Schutz im Bahnhofskiosk. Nachdem die Kiosktür aus Sicherheitsglas geschlossen wurde, ließen die vermummten Neonazis von ihren Opfern ab und flüchteten.

 Laut Presse- und Polizeimeldungen ist bei dem Angriff anscheinend auch eine Passantin durch einen Flaschenwurf schwer verletzt worden, so dass diese zur stationären Behandlung in ein Krankenhaus gebracht wurde.

Im weiteren Verlauf des Abends gab es noch mindestens zwei weitere Übergriffe. Hierbei wurden auf der Lützenkirchener Straße Personen aus einer Kleingruppe von zehn Neonazis geschlagen, zu Boden gerissen und getreten. In einem weiteren Fall wurde ebenfalls eine Person auf der Lützenkirchener Straße ins Gesicht geschlagen.

Solltet Ihr von weiteren Übergriffen/Vorfällen wissen, meldet Euch bei:
email

Aufruf
Redebeitrag zur Bürgerbewegung PRO NRW
Redebeitrag zur Reichspogromnacht 1938

Aufruf als PDF