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GO TOBEITRÄGE 2007

ARCHIV 2007

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-archiv /// 24. Nov. 2007 /// Neuss: Den sexistischen & rassistischen Normalzustand brechen!

Kampf dem sexistischen und rassistischen Normalzustand!

Die EU schottet sich nach außen hin immer weiter ab. Waren einstmals die direkten Grenzen der EU zu überwinden, um in der Festung Europa die Chance auf ein sichereres Leben zu erhalten, so werden diese immer weiter in die Herkunftsländer weiter weg verschoben. Zusätzlich mit der Regelung der „sicheren Drittstaaten“ von der die komplette EU umgeben ist, schafft sie sich einen sicheren Vorhof in den jedeR ungewollte ZuwandererIn wieder abgeschoben wird. Schafft es jemand doch mal einen Fuß in die Festung Europa zu setzen ohne direkt wieder abgeschoben zu werden, so erwarten sie die Residenzpflicht, Sammellager und Sondergesetzgebung sondergleichen wie auch die Abschiebeknäste!

In Neuss befindet sich der bundesweit einzige Abschiebeknast ausschließlich für Frauen. Mitten in der Neusser Innenstadt wird der Knast in einer ruhigen Wohnstraße durch eine unauffällige Fassade kaschiert. Der Knast ist für die Inhaftierung von 80 Frauen ausgelegt, unter denen es in der Vergangenheit immer wieder auch Schwangere und Minderjährige gab! Die medizinische Versorgung ist katastrophal. Meist ohne Informationen über ihr Verfahren, über die Haftgründe und ihre Rechte, ist für die Frauen die Dauer der Haft nicht absehbar!

Flucht:

Die eingeknasteten Frauen haben kein Verbrechen begangen. Sie brachten ihren Mut und ihre Kraft auf, um sich gegen Angriffe auf ihre körperliche Unversehrtheit und ihr Selbstbestimmungsrecht als Frau, wie Berufsverbote, Zwangsheirat, Lesbenverfolgung, Vergewaltigung und Genitalverstümmelung zu wehren und zu fliehen. Ihre Hoffnungen und ihre Erwartungen erfüllen sich in der Regel nicht! Geschlechtsspezifische Fluchtursachen werden nicht anerkannt!

Illegalität = Rassismus, Sexismus und Ausbeutung

Abschiebeknast bedeutet für die Inhaftierten: bis zu 18 Monate eingeknastet hinter hohen Mauern und Sicherheitsdraht, bewacht von bewaffneten SicherheitsbeamtInnen. Kleine Zellen, rigide Schließzeiten, wenig Hofgang, eingeschränkte Besuchszeiten, ausgeliefert der Willkür des Personals, der Willkür des Apparats. Dabei soll diese Haft keine Strafhaft darstellen – denn die Frauen haben ja auch nichts verbrochen – sondern dient lediglich der Vereinfachung eines Verwaltungsakts der Ausländerbehörde, nämlich der Durchführung der Abschiebung.

Sexistischer und rassistischer Normalzustand:

In der Gesellschaft werden Frauen immer noch geringer geschätzt als Männer. Die Nichtanerkennung geschlechtsspezifischer Fluchtursachen ist Symptom eines sexistischen Normalzustandes. Der Abschiebeknast in Neuss ist Symbol einer Einwanderungspolitik, die patriarchale Unterdrückungsverhältnisse ignoriert. Im Knast manifestiert sich die rassistische Einwanderungspolitik. Nur noch für den Kapitalismus verwertbare Menschen wird die Einreise in die Festung Europa gestattet. So werden Sexismus und Rassismus in der Gesellschaft reproduziert.

Aufruf:

Wir rufen jede und jeden dazu auf, gegen die sexistischen und rassistischen Gewaltverhältnisse zu demonstrieren, laut, entschlossen und phantasievoll.

- Weg mit dem Frauenabschiebeknast in Neuss!
- Abschiebung bedeutet Folter und Mord!
- Anerkennung geschlechtsspezifischer Fluchtursachen als Asylgrund!
- Arbeits-, Gesundheits- und soziale Rechte für alle
- Jede und Jeder hat das Recht, dort zu leben wo sie/er es will!
- Kein Mensch ist illegal!
- Kampf dem sexistischen und rassistischen Normalzustand!

25. November: Internationaler Frauenaktionstag gegen Gewalt gegen Frauen
An diesem Tag wurden drei Frauen in der Dominikanischen Republik vergewaltigt und ermordet. Diktator Trujillo ließ sie 1960 von Militärs verschleppen, vergewaltigen und töten, als sie politische Gefangene besuchen wollten. 1982 erklärten zuerst lateinamerikanische Frauen diesen Tag zum internationalen Kampftag.

weitere Infos bei der Antifa Neuss