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-archiv /// 28. März 2008 /// Brühl
-Kampagnenauftakt: Faschismus ist nicht Trendy! - „Autonome Nationalisten“ stoppen!

Faschismus ist nicht trendy! - "Autonome Nationalisten" stoppen!

200 AntifaschistInnen beginnen Kampagne gegen
„Autonome Nationalisten“ mit einer Demonstration in Brühl

Antifa-Demo am 28.03.2008 in Brühl

Am Freitagabend war es soweit, oder wie ein Markthändler es ausdrückte: "jetzt sin se da". Ungefähr 200 AntifaschistInnen hatten sich auf dem Brühler Marktplatz versammelt um den Beginn der Kampagne "Faschismus ist nicht trendy! - 'Autonome Nationalisten' stoppen!" mitzuerleben.

"Antifaschismus lässt sich nicht verbieten"

Im Vorfeld des Kampagnenstarts wurden von Seiten der Stadt Brühl und der Polizei versucht antifaschistisches Engagement zu verbieten bzw. die Versammlungsleitung einzuschüchtern.So hatte der Brühler Bürgermeister Michael Kreuzberg (CDU) den eigentlich geplanten Infovortrag zweimal verbieten lassen und auch die Polizei versuchte mit diversen absurden Auflagen die Demonstration einzuschränken. So sollte der Gebrauch der Tonverstärkeranlage eingeschränkt werden, Flugblätter, die auf den Boden fallen, kostenpflichtig durch die Stadtreinigung entfernt werden, keine größeren Straßen gekreuzt werden, usw.Jedoch konnte die Versammlungsleitung mit Androhung eines Eilverfahren beim zuständigen Amtsgericht dahin wirken, dass alle Auflagen von der Polizei zurück genommen wurden.

"Ob du auf der richtigen Seite stehst, siehst du wenn das Licht angeht"

Vor Beginn der Demonstration konnte die Polizei leider einen jungen Demonstrationsteilnehmer in Gewahrsam genommen. Insgesamt konnte aber auch dank des Ermittlungsausschusses weitere Repressionen von Seiten der Polizei verhindert werden.

Zudem hatten sich mehrer Nazigrüppchen in die Stadt verirrt, um wohl zu versuchen die Antifa-Demo anzugreifen. Hierzu kam es aber nicht, vielleicht hat auch die kleine Auseinandersetzung vor Beginn der Demonstration den Nazis schon gereicht. Schließlich sah man trotz zwei zu eins Überlegenheit, Bewaffnung mit Quarzhandschuhen und Flaschenwürfen nicht gut aus und mussten das Weite suchen.

Auf der Auftaktkundgebung hielt zunächst eine Genossin von der Veranstaltungscrew U500 einen Redebeitrag, der die Verbote durch den Bürgermeister thematisierte und dazu aufrief die "bürgerlichen Freiheitsrechte" sich nicht so einfach nehmen zu lassen.

Danach folgte der gekürzte Vortrag "Neonazis in neuem Gewand", welcher über die örtlichen Nazistrukturen sowie allgemein über "Autonome Nationalisten" aufklärte. Viele PassantInnen des Marktplatzes blieben stehen um sich den Vortrag ebenfalls anzuhören.

Dann begann auch endlich die Demonstration, welche hauptsächlich durch den Innenstadt-Bereich und einige Wohngebiete von Brühl zog. Viele AnwohnerInnen schauten interessiert aus ihren Fenstern oder kamen sogar teilweise im Schlafanzug vor die Haustür um sich das Spektakel hautnah anzusehen. Einige Gespräche konnten geführt werden und über eintausend Broschüren der Kampagne wurden verteilt. Zudem wurden über ein dutzend Naziaufkleber die in der Nähe der Demoroute verklebt waren, erfolgreich entfernt.

Auf der Zwischenkundgebung wurde ein Redebeitrag der "Soli-Gruppe 10. April" verlesen, der die Repression gegen AntifschistInnen kritisierte und dazu aufrief trotz alledem weiter gegen Nazis zu kämpfen.

Dann ging es nochmals durch ein Wohngebiet um dann nach einer doch recht langen Wegstrecke den Abschlusskundgebungsort zu erreichen. Ein letzter Redebeitrag bedankte sich nochmals bei allen TeilnehmerInnen und machte klar, dass weder Angriffe von Nazis noch irgendwelche Verbote die Kampagne davon abhalten werden, den Widerstand gegen die neofaschistischen Tendenzen voranzutreiben.

Aufruf zur Demonstration als PDF
Website de Kampagne
Informationsbroschüre der Kampagne als PDF


Aufruf zur Demonstration als PDF

Infobroschüre als PDF