
Im folgenden dokumentieren wir einen Artikel der
Rheinischen Post vom 24. April 2008 zur Infoveranstaltung
der Kampagne "Faschismus ist nicht trendy! - 'Autonome Nationalisten' stoppen!" in Leverkusen.
Gewaltbereite Rechtsradikale
von Tobias Krell
Rhein-Wupper (RP) Vom Stereotyp des Rechtsradikalen unterscheiden sich die „Autonomen Nationalisten“ ganz bewusst. Statt Glatze, Springerstiefel und Bomberjacke gehören zu ihrem Stil Mützen, Kapuzenjacken und teilweise sogar die „Pali“ genannten schwarz-weiß gemusterten Palästinensertücher.
„Dahinter steckt die Gleichung: Der Feind meines Feindes – in dem Fall die Juden – ist mein Freund“, sagt Florian Schnaider. Er ist der Pressesprecher der Antifaschistischen Aktion (Antifa) in Leverkusen. Die startete nun eine Informationskampagne gegen die „Autonomen Nationalisten“, von denen es auch die Gruppe Leverkusen/Leichlingen (ANL) gibt.
Für den Vortrag zur Vorstellung des Projektes mehrerer rheinischer Antifa-Gruppen wurde das Kulturausbesserungswerk ausgesucht. Nicht nur, weil dort der Leverkusener Ableger des Verbandes seinen Sitz hat, sondern auch, weil Besucher bereits mehrfach Probleme mit der ANL hatten. Von derlei Vorfällen konnten mehrere der rund 60 meist jungen Zuhörer berichten. „Meist sprachen sie in der Bahnhofsunterführung Leute an, die aussahen, als könnten sie ins KAW gehen. Dabei kamen stets Waffen wie Teleskop-Schlagstöcke zum Einsatz“, sagte Schnaider.
Die ANL, mit der auch ein Leichlinger Kioskbesitzer mehrfach Ärger hatte, gehöre zu den aktiveren Gruppen im Nazi-Netzwerk „Aktionsgruppe Rheinland“. Deren Teilnehmer zeichnen sich nicht nur durch einen für die rechtsradikale Szene neuen Kleidungsstil aus, sondern nach Informationen des Antifa-Sprechers auch durch Vermummung und eine extrem hohe Gewaltbereitschaft.
Etwas ruhiger sei es lediglich geworden, seit die Polizei den mutmaßlichen Anführer der ANL, einen 17-jährigen Leichlinger, unlängst verhaftete. Jedoch hat Schnaider Sorgen, weil fast zeitgleich Mitte April auch der rheinische Nazi-Anführer Axel Reitz aus der Haft entlassen wurde. „Wie sich das auf die Autonomen Nationalisten auswirkt, lässt sich momentan noch nicht absehen“, meinte er. Von Reitz, der den Leverkusenern noch als Anmelder einer Rechts-Demo ein Begriff ist, stammte auch eine Antwort zu der Frage, weshalb sich die Nationalisten autonom nennen. „Das sind unabhängige Nationalisten. Das ist es“, zitierte Schnaider den Rechtsanwalt.
„Faschismus ist nicht trendy! – Autonome Nationalisten stoppen!“ ist die Antifa-Kampagne überschrieben. „Diese Leute mögen schicker aussehen als ihre Vorgänger, aber in der neuen Verkleidung steckt nach wie vor ein Nazi. Das wollen wir den Leuten verdeutlichen“, meint Schnaider. Wirksames Mittel, das Wirken der ANL zu beschränken, sei, deren Mitglieder aus der Anonymität zu reißen.
Quelle:
Rheinische Post, 24.04.2008
Website de Kampagne
Informationsbroschüre der Kampagne als PDF
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